Geschichte der Gemeinde

Mit der Revolution von 1848 war auch die Auflösung der Grundherrschaften verbunden. Auch die Grundherrschaft Stift Schlägl wurde aufgelöst und dadurch sind zwei Drittel des Herrschaftsbesitzes, 24.000 Joch, an die Bauern übereignet worden, sodaß dem Stift noch 12.000 Joch verblieben. Die Bauern waren vorher schon längst Besitzer des Lehensgrundes und des Hofes, aber sie waren nicht Eigentümer. Die Bauern mussten den Grund um ein Drittel des Schätzwertes von der Grundherrschaft kaufen. Nach der Auflösung der Grundherrschaften wurde eine vollkommen neue Staatsverwaltung eingeführt. So wurden die Bezirksgerichte eingerichtet und neue Grundbücher und Kataster angelegt. Ebenso wurden die Bezirkshauptmannschaften und die politischen Gemeinden gebildet. Die Gemeinde Schlägl grenzt im Osten ca. 10 km an die tschechische Staatsgrenze, im Süden an die Gemeinden St. Oswald und Berg, im Westen an die Gemeinden Öpping und Peilstein und im Norden an die Gemeinden Aigen und Ulrichsberg. Die Gemeinde Schlägl hat also sieben unmittelbare Nachbarn.

Insgesamt hatte die Gemeinde Schlägl ein Gesamtflächenausmaß von 27,50 km². Durch die Eingemeindung von Mitterreit kamen im Jahr 1960  92,32 Hektar von der Gemeinde Ulrichsberg zur Gemeinde Schlägl, so dass das Gemeindegebiet von Schlägl nun 28,52 km² ausmacht. Die Ortsgemeinde Schlägl ist offiziell mit Anfang des Jahres 1850 gebildet worden. Der damalige Stiftskämmerer und Chef der Stiftsbetriebe Hochwürden Herr Gustav Franz Bergmeister wurde zum ersten Gemeindevorsteher (Bürgermeister) bestellt. Das Gemeindeamt Schlägl wurde 1850 im Stift Schlägl eingerichtet. Im Beamtenhaus des Stiftes war bis 1938 die Gemeindekanzlei untergebracht. Die Administration, die Schreibarbeit also, wurde ehrenamtlich durchgeführt, das heisst, dass es anfänglich keinen hauptberuflichen Gemeindeschreiber gegeben hat. Erst 1909 wurde ein hauptberuflicher Gemeindebeamter angestellt. Es war dies Herr Johann Winkler aus Breitenstein 2.

 1100 Herrschaft der Falkensteiner - von der Donau bis zum Böhmerwald. Erste Besiedelung im Mühltal.
 1218 Gründung des Klosters Schlägl durch die Grundherrschaft Falkensteiner.
 1230 Die ersten Siedlungen entstehen - Baureith, Rudolfing.
 1242 Gründung des Ortes Aigen, Große Rodungen im Mühltal
 1362 Marktrecht für Aigen
 1430 Errichtung einer Kapelle in St.Wolfgang (Mühlholz).
 1486 Errichtung der Pfarrkirche in Aigen
 1568 Gründung der Klosterschule in Schlägl
 1580 Errichtung der Schlägler Brauerei
 1648 Ernennung des Hofrichters in Schlägl (oberster Beamter des Stiftes)
 1774 Einführung der allgemeinen Schulpflicht, Errichtung der Volksschule Schlägl im Stift
 1848 Ende der Grundherrschaft Stift Schlägl, Entstehung der Gemeinden Aigen und Schlägl
 1890 Gründung der Raiffeisenkasse Schlägl
 1922 Gründung der Feuerwehr Schlägl
 1924 Einrichtung einer Landwirtschaftsschule in Schlägl. 1930 Neubau am Schauberg,
 1959 Errichtung des Holzwerkes St. Norbertus
 1963 Neubau der Volksschule Schlägl mit Einrichtung eines Kindergartens
 1977 Errichtung der Musikschule in Schlägl
 1978 Einführung des Gemeindewappens
 1981 Neues gemeinsames Freibad an der Mühl
 1990 Errichtung des ersten Biomasse Heizwerkes
 1990 Errichtung des Altstoffsammelzentrums in Schlägl
 1991 Errichtung einer neuen Reithalle in Schlägl
 1992 OÖ. Landesausstellung in Schlägl; Thema "Bauern"
 1996 Errichtung der Kompostieranlage Schlägl
 1999 Errichtung und Einweihung des neuen Feuerwehrhauses
 2003 Errichtung und Einweihung der neuen Polytechnischen Schule im Meierhof Schlägl
 2006 Jugendzentrum ASK JU im Meierhof  
 2007 Neubau der Umfahrung Schlägl

Entwicklung der Bevölkerung seit 1850

1850 1345 Einwohner   1934 1516 Einwohner
1869 1375 Einwohner   1951 1524 Einwohner
1880 1329 Einwohner   1961 1419 Einwohner
1890 1322 Einwohner   1971 1404 Einwohner
1900 1242 Einwohner   1977 1348 Einwohner
1910 1266 Einwohner   1991 1450 Einwohner
1923 1327 Einwohner   2001 1400 Einwohner